Naukilot : Love And Tragedies    (Oomoxx Media)

Seit zwei Jahren bilden die beiden Wahl-Nürnberger Flaume (Keyboards, Programming) und Kittel (Vocals, Keyboards, Programming) das Synthie-Duo Naukilot. Nach dem Erstlingswerk, der EP "Homerecording" ist seit Sommer des vergangenen Jahres die erste Full-Time-CD "Love And Tragedies" auf dem Markt.

Nach eigener Aussage beeinflusst durch die elektronische Musik der 80er Jahre haben die beiden Bayern ein Album hingelegt, dem man die angeheiratete Wahlverwandtschaft mit den zitierten 80ern durchaus anmerkt. Dabei führt der Opener Vostol/ Vladivostok zunächst in die Irre; beginnt er doch mit wodkaschwangeren Balalaika-Klängen. Aber sehr schnell kommt man dann nach einigen Sekunden zum Kern der Sache: Stimmungsvoll und im Midtempo-Bereich angesiedelt entpuppt sich der Track zu einem würdigen Einstieg in das Album.  Kittel´s Stimme erinnert tatsächlich an Depeche Mode oder auch Camouflage, so kann der Hörer die versprochene musikalische Zeitreise um 20 Jahre zurück in vollen Zügen genießen.

Das darauf folgende Sex Isn´t Like Love ist wohl so etwas wie die heimliche Single des Albums: Zweistimmig gesungen präsentiert sich dieser Track, ausgestattet mit einer ohrwurmigen Melodie, auch als potenzieller Klub-Hit der gemütlicheren Art.

 

Insgesamt ist "Love And Tragedies" sehr ruhig und relaxed geraten. Zum Glück geben Flaume und Kittel nicht der Versuchung nach, auf Teufel komm raus den Knüppel tanzen zu lassen um einen Clubhit zu basteln. Nein, sie verlassen sich auf ihre Stärken: Starke Synth-Pop-Songs mit dem unbedingten Willen zur perfekten Melodie. Und das gelingt den beiden schon sehr gut. Jeder einzelne Song überzeugt mit einem eigenen Charakter und eigener Seele. Den ständigen Wiederholungen, die gerade auf elektronischen Alben oft und schnell langweilen geht Naukilot geschickt aus dem Weg. Ihre Ideen reichen für 13 absolut überzeugende Tracks, von denen sich insbesondere das nachdenkliche Blutende Wunden und auch das beschwingt-poppige Is This Love im Gehörgang festzusetzen vermögen.

Der einzige Kritikpunkt an diesem Album ist der Gesang, welcher manchmal etwas zittrig und nicht immer zielgenau scheint. Die Instrumentierung ist jedoch über jeden Zweifel erhaben.

Nicht zu Unrecht durfte Naukilot bereits die Mädels von Client supporten. Wer die Musik der Engländerinnen mag kann auch bei "Love And Tragedies" beherzt zugreifen. 80er-Synth-Fans werden das Album ohnehin lieben. 

(Schwarzer Tau)

Bandpage: www.naukilot.com

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